Die Grundlagen

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Erkrankung ist seit Menschengedenken bekannt. Bereits Ludwig Feuerbach formulierte treffend: "Der Mensch isst was er ist." Wenn wir krank sind, versuchen wir uns durch vitaminreiche und gesunde Ernährung zu stärken. Eine gesunde Kost trägt zur Genesung bei und hilft Krankheitsrisiken zu verringern.


Verschiedene internationale Studien belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Prostatakrebs, der Häufigkeit des Auftretens der gutartigen Prostatavergrößerung und der Ernährung. Je nach Ernährungsgewohnheiten der einzelnen Bevölkerungsgruppen treten diese Erkrankungen unterschiedlich gehäuft auf. Während man anfangs noch glaubte, dass die Häufung von Prostatakrebs eher genetisch determiniert sei, haben sog. Emigrantenstudien, d. h. Studien von Bevölkerungsgruppen, welche ausgewandert sind, gezeigt, dass die Übernahme von Ernährungsgewohnheiten der westlichen Industrieländer zu einem entsprechenden Anstieg der Prostatakrebserkrankungen führt.

In Asien erkranken wesentlich weniger Männer an Prostatakrebs als in Europa und USA. Die gleichen Zusammenhänge gelten für die Entstehung der gutartigen Prostatahyperplasie (BPH). Während in den westlichen Industrieländern von den über 70 jährigen Männern 90 % eine gutartige Prostatavergrößerung haben, sind das in Japan und China weniger als 10 %. Bei Japanern und Chinesen, welche nach Kalifornien (San Francisco) ausgewandert waren, wurde in Untersuchungen nachgewiesen, dass innerhalb von 2 Generationen die Häufigkeit von Brust- und Prostatakrebserkrankungen sich mehr als verdoppelt hatten.

Die asiatische Kost enthält im Wesentlichen einen großen Anteil ungesättigter Fettsäuren, Ballaststoffe sowie einen hohen Anteil an sog. Phytoöstrogenen, welche zum Beispiel in Sojaprodukten enthalten sind. Weiterhin spielen sog. Sekundäre Pflanzenstoffe, das sind bioaktive Substanzen, wie das im Grünen Tee enthaltene Catechin (EGCG) eine positive Rolle. In westlichen Industrienationen haben diese Stoffe eher eine untergeordnete Rolle.


Eine Einschränkung gilt für den Mittelmeerraum. Hier wird durch den reichlichen Verzehr von Olivenöl (hochwertige ungesättigte Fettsäuren), Fisch und reichlich Obst eine wesentlich gesündere Ernährung als in den anderen europäischen Ländern, besonders in Skandinavien, gepflegt. Einen weiteren Einfluss hat der in den Mittelmeerländern verbreitete Rotweinkonsum. Hier wird das Resveratrol als hochwirksames Phytoöstrogen für die nachgewiesenen gefäßschützenden und antioxidativen Wirkungen verantwortlich gemacht. Die Rotweinflavonoide hemmen die Oxidationsprozesse und und wirken sich positiv auf das Cholesterinverhältnis von HDL und LDL-Cholesterin aus.